Photovoltaik in Linden ?

Der Bericht über die Gemeinderatssitzung in Geiersthal am 08.09.2020 von Marion Wittenzellner, veröffentlicht am 25.09.20 im Viechtacher Bayerwald-Boten

Geiersthal. Die Gemeinde Geiersthal scheint auf dem besten Wege, zu einem regionalen Zentrum für Solarparks zu werden. In der jüngsten Gemeinderatssitzung lag den Bürgervertretern schon wieder ein entsprechender Vorbescheidsantrag auf dem Tisch. Thomas Reitmeier möchte prüfen lassen, ob auf der unbebauten, relativ steilen Innenbereichs-Freifläche in der Degenberger Straße in Linden die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage grundsätzlich zulässig ist. Josef Wittenzellner befürchtete wegen der Bodenversiegelung Probleme für die darunter liegenden Häuser. Bürgermeister Richard Gruber erklärte, dass es für solche Projekte innerorts in der Regel keine Erfahrungswerte gebe. Allerdings gab Michael Handlos zu bedenken, dass sich der Gemeinderat darüber momentan keine großen Gedanken machen müsse, weil das vom Landratsamt ja ohnehin alles gründlich geprüft werde. Das Gremium erteilte dem Vorbescheidsantrag daraufhin einstimmig das gemeindliche Einvernehmen.

Neue Resolution pro Bahn-Dauerbetrieb

Eigentlich wollte der Geiersthaler Gemeinderat nach dem von Verkehrsministerin Kerstin Schreyer erklärten Aus des Bahnbetriebs zwischen Gotteszell und Viechtach zum September 2021 eine Resolution für die Fortsetzung des Probebetriebs auf den Weg bringen. Durch Schreyers „Rolle rückwärts“ und die zugesicherte Verlängerung des Probebetriebs für wenigstens zwei weitere Jahre ist dies zwischenzeitlich hinfällig geworden. Nichtsdestotrotz ist der Dauerbetrieb der Waldbahnstrecke zur Enttäuschung der Geiersthaler Bürgervertreter noch keineswegs gesichert. Vor allem das geforderte Tausender-Kriterium bei den Fahrgastzahlen dürfte zum großen Knackpunkt werden. Deshalb sprach sich das Gremium jetzt für eine neue „Resolution pro Dauerbetrieb von Go-Vit“ aus, in der man, gegebenenfalls in Abstimmung mit weiteren Gemeinden, die enorme Bedeutung der Bahnstrecke für die Region hervorheben und ein realistisches Fahrgast-Kriterium fordern möchte. Das Schriftstück soll jetzt von der Verwaltung entsprechend ausgearbeitet und dann in der nächsten Sitzung verabschiedet werden. Die Ratsmitglieder lobten zwar fraktionsübergreifend die Größe der Ministerin, sich bei der Kundgebung in Regen persönlich vor die Leute zu stellen und den Fehler ihrer Behörde einzugestehen. Allerdings zeigten sie sich mit der jetzt zugesicherten „kleinen Lösung“ keineswegs zufrieden, zumal Geiersthal mit zu jenen Kommunen gehört, die viel Geld in den Ausbau der Strecke investieren und nun trotzdem weiter in Ungewissheit leben müssen. Gleichzeitig war den Gemeinderäten durchaus bewusst, dass es jetzt auch an der Region selber liegt, die Leute noch mehr als bisher in die Bahn zu bringen. Auch die Gemeinde sei gefordert, sich Gedanken zu machen, wie man die Fahrgastzahlen erhöhen könnte, mahnte etwa Sylvia Augustin. Die Waldbahn sei touristisch ein wertvoller Baustein, der entsprechend vermarktet gehöre.


Sportboden für Halle: Auftrag vergeben

Lange und gründlich hatte der frühere Gemeinderat über die Erneuerung des Sportbodens in der Mehrzweckhalle beraten. Der Austausch des Belags ist der letzte Teil des Gesamtprojekts „Teilsanierung der Grundschule mit Turnhalle Geiersthal“, das von der Regierung von Niederbayern im Rahmen des KIP-S-Förderprogramms mit 90 Prozent bis zu einem Maximalbetrag von 199500 Euro gefördert wird. Im April wurde die Durchführung der Maßnahme beschlossen. Bei der Ausschreibung wurden zwei gültige Angebote abgegeben, die vom Ingenieurkontor BLWS geprüft wurden. Das wirtschaftlichste Angebot mit einer Gesamtsumme von 67600 Euro brutto kam von der Firma Hoppe Sportboden aus Holzgerlingen. Die erhielt vom Gremium jetzt den Auftrag zur Erneuerung des Mehrzweckhallenbodens. Die Arbeiten sollen in den Osterferien 2021 ausgeführt werden.

Befreiung ja – Planänderung nein

Ein Ehepaar möchte im neuen Wohnbaugebiet „Ziegelacker“ am Katharinenweg ein Einfamilienhaus mit Garage errichten, kann dabei aber die maximal erlaubte Wandhöhe von sieben Metern nicht einhalten, weil das Gebäude geländebezogen als Hanghaus geplant ist. Laut Geschäftsleiter Josef Kasparbauer haben die Bauwerber deshalb eine Änderung des Bebauungsplans zur generellen Zulassung von (talseitigen) Wandhöhen bis neun Meter oder aber zumindest eine Befreiung von der Festsetzung der Wandhöhe beantragt. Bezüglich der Planänderung habe man eine Stellungnahme vom Planungsbüro eingeholt. Der Kreisbaumeister habe keine Stellungnahme abgegeben. Eine zusätzliche Aufweichung des ohnehin schon sehr großzügig gehaltenen Bebauungsplans fand im Gremium keine Befürworter. Das geplante Haus und dessen Anordnung unter optimaler Ausnutzung des Grundstücks hingegen gefiel allen Gemeinderäten. Für den Bauherrn gab’s überdies ein großes Lob dafür, dass er in der Sache schon vor Baubeginn vorstellig geworden ist und nicht auf eine nachträgliche Tektur abgezielt hat.
Bürgermeister Gruber sah sich trotzdem in einer Zwickmühle, weil er sich jenen Bauwerbern gegenüber verpflichtet fühlt, die er bisher dazu angehalten hatte, ihre Bauvorhaben möglichst gemäß dem Freisteller zu planen. Zwar ehre es den Antragsteller, dass er so bauen möchte, wie es richtig ist, aber eine Befreiung von zwei Metern sei schon einiges, und wenn man das zuließe, dann kommt gleich der nächste, gab der Rathauschef zu bedenken. Die Räte argumentierten dagegen, dass diese Einzelfallentscheidung keinen Freifahrschein für andere bedeute. Jeder Ausnahmefall müsse einzeln für sich kritisch entschieden werden. Am Ende erteilten sie dem Bauvorhaben gegen das Veto des Bürgermeisters das gemeindliche Einvernehmen zur Befreiung von der Festsetzung der Wandhöhe. Eine Änderung des Bebauungsplans „Ziegelacker“ hatten sie zuvor einstimmig abgelehnt. Der Beschluss sei nun da, jetzt müsse man immer von Fall zu Fall entscheiden, sagte der Vorsitzende. Der Bauwerber, der die Debatte als Zuschauer verfolgte, wies darauf hin, dass die Änderung des Bebauungsplans nie sein primäres Ziel gewesen sei. Die textliche Anpassung sei vielmehr auf Anraten des Landratsamts gewollt gewesen.

Weitere Bauvorhaben einstimmig abgesegnet

Zum Antrag auf Nutzungsänderung einer UG-Wohnung in eine Ferienwohnung und Neubau einer Garage in Kammersdorf erteilte das Gremium eine Befreiung hinsichtlich der Lage der Garage außerhalb der Baugrenzen. In der Fernsdorfer Deponiestraße möchte die Firma Kies Hacker eine Lkw-Wiegestation in Containerbauweise inklusive Büro erstellen. Geschäftsleiter Kasparbauer hielt dies im Außenbereich für bauplanungsrechtlich zulässig. Das Gremium sah das genauso.

Neue Geräte für die Feuerwehr Linden

Die Feuerwehr Linden braucht kurzfristig einen neuen Hilfeleistungssatz, weil die schon 20 Jahre alten und reparaturbedürftigen Geräte nicht mehr den heutigen Anforderungen genügen. Der Gemeinderat erkannte ausnahmslos die Notwendigkeit dieser Ersatzbeschaffung, zumal laut Bürgermeister Gruber 30000 Euro im Haushalt seien. Vor der Ausschreibung wird bei der Regierung von Niederbayern aber erst noch ein Zuschuss für den hydraulischen Rettungssatz beantragt.