Geiersthal kümmert sich um seine Straßen

Gemeinderat beriet über umfangreiche Sanierungsmaßnahmen

Der Bericht über die Gemeinderatssitzung in Geiersthal am 08.09.2020 von Marion Wittenzellner, veröffentlicht am 25.09.20 im Viechtacher Bayerwald-Boten

Geiersthal. Straßenausbesserungen haben eine große Rolle gespielt in der jüngsten Sitzung des Geiersthaler Gemeinderates. Die wichtigste (und auch teuerste) Maßnahme auf der Agenda, die dem Kollegium vom Kirchdorfer Planungsbüro Raith & Dankesreiter komplett mit Kostenberechnung und Finanzierungsplanung vorgestellt wurde, ist der Ausbau der Trassen nach Unterberging und Oberberging.
Die Straße nach Unterberging weise aufgrund der zunehmenden Verkehrsbelastung erhebliche Schäden und teils längliche Rissbildungen auf, erklärten die Ingenieure Christoph Dankesreiter und Jürgen Raith dem Gremium. Zudem seien etliche Entwässerungsmulden brüchig und der Straßenaufbau schlecht, wie Probebohrungen gezeigt hätten.
Bei der geplanten Sanierung soll daher das rund 370 Meter lange Teilstück ab der Einmündung von der Alten Kreisstraße bis zur Hofstelle Stöger (Unterberging 1) bei einer Oberbauverstärkung mit einer zehn Zentimeter dicken Asphalttragschicht und einer vier Zentimeter dicken Deckschicht ausgebaut werden; zusammen mit der bestehenden 14 Zentimeter dicken Asphaltschicht komme man so beim Gesamtaufbau über die geforderte Mindeststärke von 26 Zentimetern. Hinzu kämen der Austausch schadhafter Entwässerungsmulden auf 305 Metern, ein beiderseitiger Ausgleich der je 50 Zentimeter breiten Bankette, Straßenentwässerungsgräben, die Pflasterung der Durchlässe sowie eine Prüfung der drei vorhandenen Schächte. Bei der gegebenen Querneigung von 2,5 bis 3 Prozent sei die Straße gut zu entwässern. Leitungen werden im Zuge der Maßnahme allerdings nicht verlegt, hoben die Planer ausdrücklich hervor.
Bei der Straße nach Oberberging zeige sich laut den beiden Ingenieuren letztlich das gleiche Bild. Hier sei geplant, das rund 597 Meter lange Teilstück ab dem Ortsschild „Berging“ bis zur Hofstelle Fischl (Oberberging 1) bei einer Oberbauverstärkung mit zehn Zentimetern Tragschicht und vier Zentimetern Deckschicht zu einer Mindeststärke von 26 Zentimetern auszubauen. Die vorhandenen Betonmulden würden durch Granit-Dreizeiler ersetzt. Hinzu kämen diverse Arbeiten wie die Bankett-Angleichungen und die Straßenentwässerungsgräben. Bei einer Querneigung von 3 bis 4 Prozent sei auch diese Straße gut zu entwässern.
Die voraussichtlichen Gesamtkosten für die vorgestellten Instandsetzungen bezifferten die Planer auf rund 73700 Euro für Unterberging (davon 64000 Euro brutto Baukosten) und auf rund 157000 Euro für Oberberging (davon 145000 Euro brutto Baukosten). Allerdings winke für die beiden Maßnahmen eine Förderung des Amts für Ländliche Entwicklung (ALE) bis zu 70 Prozent, so dass sich die effektiven Kosten für die Gemeinde unter Annahme des Höchstfördersatzes noch bei rund 23000 Euro für Unterberging und bei rund 47000 Euro bei Oberberging bewegen würden.
Nicht vom ALE subventioniert würde der vom Gemeinderat ebenfalls anvisierte weitere Ausbau des Teilstücks in Oberberging ab der Hofstelle Fischl bis zur Teisnacher Gemeindegrenze. Sollte diese Verlängerung zusätzlich in Angriff genommen werden, wären dies für die Gemeindekasse zusätzliche Kosten von rund 29000 Euro netto.
„Was bringt uns diese Verlängerung?“, wollte Josef Wittenzellner angesichts dieser doch recht stattlichen Summe wissen. „So vernünftig müssen wir schon sein, dass wir dieses nicht förderfähige Stückerl auch gleich noch weitermachen!“ setzte Daniel Hof dem entgegen.
Wie Bürgermeister Richard Gruber feststellte, sei das 150 Meter lange Reststück vom Anwesen Fischl bis zur Gemeindegrenze ebenfalls schon in einem so schlechtem Zustand, dass man die 29000 Euro netto in die Hand nehmen sollte und diesen Straßenabschnitt im Zuge dieser Maßnahme auch gleich mitmachen sollte. Bei der Abstimmung erklärten sich die Gemeinderatsmitglieder einhellig mit der vom Ingenieurbüro Raith & Dankesreiter vorgestellten Entwurfsplanung einverstanden.

Zusätzlich beschlossen die Bürgervertreter, das nicht geförderte Teilstück Oberberging-Gemeindegrenze Teisnach in die weiteren Planungen mit aufzunehmen. Die Sanierungsmaßnahmen an den Gemeindestraßen nach Oberberging und Unterberging sollen – vorbehaltlich der Zusage der beantragten Zuschüsse – 2021 durchgeführt werden.

Auf der „Gewerbestraße Linden“ im Gewerbegebiet B85-Nord soll jetzt auch die noch fehlende vier Zentimeter dicke Asphalt-Deckschicht aufgebracht und diese Erschließungsstraße somit fertiggestellt werden. Laut Bürgermeister Gruber hat die „MKS Architekten-Ingenieure GmbH“ dazu ein Angebot über 2100 Euro für die Ausschreibung der Maßnahme und die Bauüberwachung eingereicht.
Mario Iglhaut fragte nach, ob die Gemeindeverwaltung die Angebote nicht auch in Eigenregie einholen könnte. Dazu erklärte Geschäftsleiter Josef Kasparbauer, dass die Verwaltung zwar durchaus Angebote einholen und Preise vergleichen könnte, dass sie aber nicht über die nötigen Kenntnisse verfüge, das Ganze auch bautechnisch zu bewerten. Außerdem müsse man ja auch die Kosten für die Verwaltung gegenrechnen, gab Katharina Holzapfel zu bedenken; da komme dann ein Fachbüro, das die Gemeinde richtig betreut, wohl auch nicht teurer.
Nach kurzer Debatte beschloss der Gemeinderat die Fertigstellung der Erschließungsstraße. Die Verwaltung wurde beauftragt, das Vergabeverfahren einzuleiten. Die erforderlichen Finanzmittel sind im Haushalt 2020 eingestellt.

Weitere Instandsetzungen

Die Flächengemeinde wird wieder einige ihrer zahlreichen Straßen ertüchtigen. Bürgermeister Gruber stellte dem Gremium informatorisch die ins Auge gefassten Maßnahmen nebst ersten Kostenschätzungen vor. Als „überfällig“ wertete er die Instandsetzung der Straße in Haidberg, wo dann auch gleich noch Speedpipe-Rohre mit eingebracht werden sollen.
In Altnußberg sollen bei einer Rohrbruchstelle kleinere Unterbauarbeiten durchgeführt werden. Auch beim Spielplatz Geiersthal soll eine kleinere Fläche von rund 25 Quadratmetern saniert werden.
Bei einer Problemstelle im Lindener „Föhrenweg“, wo der Rand der Teerdecke abbröckelt, hielt Gruber mit Beton fixierte Rasengittersteine als haltbaren Randstreifen für eine gute, dauerhafte Lösung. Einige Bürgervertreter plädierten stattdessen fürs Aufteeren oder für betonierte Einzeiler.
Josef Wittenzellner regte an, entsprechende Alternativ-Angebote einzuholen. Katharina Holzapfel wiederum gab zu bedenken, dass man sich überhaupt erst für eine Variante entscheiden könne, wenn klar ist, ob man auch den notwendigen Grund und Boden dafür bekommt; im Übrigen hielt sie dieses Projekt für eine größere Maßnahme, die man heuer wohl gar nicht mehr realisieren könne. Der Vorsitzende sicherte zu, die Grundstücksangelegenheit zu klären. In der Oktobersitzung sollen die Sanierungsarbeiten vergeben werden. Die Ausführung erfolgt dann, je nach Witterung, entweder noch heuer oder aber nächstes Frühjahr.
Außerdem gab Bürgermeister Gruber auf Anfrage bekannt, dass die Straßensanierung Holzhaus (nachgefragt von Katharina Holzapfel) in Augenschein genommen und gegebenenfalls vergeben wird. Die Straßensanierungen in Linden (nachgefragt von Josef Wittenzellner) seien bereits begutachtet worden. Kleinere Maßnahmen in Altnußberg am Schloßbergweg und an der Einfahrt zur Dorfstraße (nachgefragt von Michael Handlos) würden vom Bauhof erledigt.

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